Reisemangel-Art

Der Reisemangel kann unterschiedlicher Ausprägung sein und entsprechend unterschiedlich die Folgen:

Mangelhaftigkeit Gesamtleistungsbündel

  • Organisationsmängel
  • Modifikationen des Reiseprogramms

Mangelhaftigkeit einzelner Reiseleistungen

  • Beförderung (Transport)
  • Unterkunft (Sauberkeit, Lärm, Service etc.)
  • Verpflegung (ausfallende Mahlzeiten, Ungeniessbarkeit o.ä.)
  • Wasserverschmutzung
  • Modifikationen der Leistungen

Fehlen einer vertraglich zugesicherten Eigenschaft

  • Zusicherungen
    • Veranstalterangaben, die dem Konsumenten mitgeteilt wurden
      • in Angeboten, d.h.
        • in Reiseprospekten
        • in Zeitungsannoncen
        • auf Internetseiten
        • in Fotos oder in Skizzen
      • in Angaben
        • vor Vertragsschluss (PRG 6, PRG 4 Abs. 1 + 2)
        • von Bestätigungen
        • zu Sonderwünschen des Konsumenten (PRG 6 Abs. 1 lit. c)
    • Abgrenzung
      • Von zugesicherten Eigenschaften sind zu unterscheiden
        • ohne weiteres erkennbare übertriebe Anpreisungen in der Werbung wie
          • Traumstrand
          • Ferien im Paradies
      • Ausnahme
        • Krasser Widerspruch des SOLL-Zustandes zur Wirklichkeit (IST-Zustand), trotz übertriebener Anpreisung
  • Relevanz
    • Die Absenz einer zugesicherten Eigenschaft ist immer ein Reisemangel
  • Ohne Relevanz
    • Beeinträchtigung der Tauglichkeit der Reise oder nicht
    • Beeinträchtigung der Wert der Reise oder nicht
  • Berechtigte Erwartungshaltung
    • Der Konsument darf berechtigt erwarten, dass zugesicherte Eigenschaften erfüllt werden
  • Wirkung
    • Reisemangel

Fehlen einer vorausgesetzten Eigenschaft

  • Relevanz
    • Das Fehlen der vorausgesetzten Eigenschaft ist nur relevant bei
      • Beeinträchtigung der Tauglichkeit der Reise oder
      • Beeinträchtigung des Wertes der Reise
  • Vorausgesetzte Eigenschaft
    • Bestimmung nach dem Vertrauensprinzip
    • Frage, was ein durchschnittlicher und nicht speziell empfindlicher Konsument der Zielgruppe erwarten musste und durfte, und zwar unter Berücksichtigung
      • Reisetyp
        • Familienreise
        • Seniorenreise
        • Frauenreise
        • Jugendreise
      • Reisezweck
        • Badeurlaub
        • Sprachreise
        • Studienreise
        • Wanderreise
        • Expedition
      • Kategorie
      • Reisepreis
      • Reisebeschreibung in
        • Prospekt
        • Mitteilung (PRG 4 Abs. 1 + 2)
        • Reisebestätigung (PRG 6)

Ohne Zusicherung und ohne Beeinträchtigung von Wert oder Tauglichkeit der Reise bei den vorausgesetzten Eigenschaften

  • muss der Veranstalter nicht für Reisemängel einstehen

Relativierung des zugesicherten Qualitätsniveaus im Zielland durch Landes- und Ortsüblichkeit-Hinweis (ARB, Reisebestätigung o.ä.)

  • Unschädlichkeit von ARB-Hinweisen auf relevante Abweichungen vom heimischen Standard zwecks Dämpfung der Konsumentenerwartung
    • in fremden Ländern
    • bei anderen Gebräuchen und Gewohnheiten bzw. Sitten
      • Essen
      • Sauberkeit
      • Lärm
  • Nur die objektive und vollständige vorvertragliche Reisinformation
    • vermag die SOLL-Beschaffenheit der Reise zu beeinflussen

Gesetzestexte

Weiterführende Literatur

  • STAUDER BERND, SPR, Bd. X, Konsumentenschutz im Privatrecht, 2. Teil, 4. Kapitel: Reiserecht, S. 334 ff.
  • ROBERTO VITO, BSK OR I, N 3 ff. zu PRG 12
  • FRANK RICHARD, Bundesgesetz über Pauschalreisen vom 18. Juni 1993, Kurzkommentar, Zürich 1994, N 13 zu PRG 12
  • HANGARTNER SANDRO, Das neue Bundesgesetz über Pauschalreisen, Diss. Zürich 1997, S. 104 – 106, S. 112 und S. 115

Weiterführende Informationen

Für jeden Fall den passenden Anwalt

Mit GetYourLawyer, dem Anwaltsnetzwerk, finden Sie passende und vertrauenswürdige Anwältinnen und Anwälte aus Ihrer Region. Das GetYourLawyer Team als Partner von LawMedia wird für Sie eine sorgfältige Auswahl treffen.

GetYourLawyer – so funktionierts